Methadon: Reiseregularien USA

Vereinigte Staaten von Amerika

Weiterbehandlung mit Methadon/Buprenorphin: möglich

Alle US-Methadonprogramme und alle zur Verschreibung von Buprenorphin (Subutex®, Suboxone®) berechtigten Ärzte sind im Internet unter unten genannten Adressen aufgelistet. Auch die National Alliance of Methadone Advocates kann bei der Suche nach einer Klinik behilflich sein. Bitte bei Reiseplanungen bedenken, dass zur Zeit in den US-Bundesstaaten Idaho, Montana, North Dakota, South Dakota und Wyoming keine Methadonbehandlungen und in den Staaten Alaska, North Dakota, South Dakota sowie Iowa keine Weiterbehandlungen mit Subutex möglich sind!

Die American Association for the Treatment of Opioid Dependence (AATOD) hat Leitlinien für die Weiterbehandlung erarbeitet, die wichtige Hinweise darüber geben, wie eine solche am besten eingeleitet werden kann:

http://www.aatod.org/policies/policy-statements/aatod-guidelines-for-guest-medication/

 

Einfuhr von Methadon/Buprenorphin: unklar

Die Rechtslage bezüglich der Einfuhr von ärztlich verordneten Substitutionsmedikamenten von Deutschland in die USA bleibt nach wie vor nicht eindeutig geklärt. Die Einfuhr von Methadon scheint kaum möglich zu sein, wohingegen Buprenorphin unter Einhaltung strenger Regularien eingeführt werden darf (Stand: 9.2.2010). Hierbei gilt folgendes zu beachten:

Reisende, die kein Visum für die USA benötigen, müssen online einen sog. ESTA-Antrag ausfüllen, um eine Einreisegenehmigung zu erhalten. Machen Substitutionspatienten wahrheitsgetreue Angaben bezüglich der dortigen Fragen zum Drogengebrauch, resultiert dies in einer sofortigen Ablehnung der Reiseerlaubnis (Substitutionspatienten gelten als Drogenabhängige!). Bei nicht wahrheitsgetreuen Angaben wird zwar eine Reisegenehmigung erteilt, wenn dann aber ein Substitutionsmittel bei der Border Control entdeckt wird, muss damit gerechnet werden, dass es beschlagnahmt wird, man in einem Flughafengefängnis landet, längeren und massiven Verhören ausgesetzt wird und ein hohes Bußgeld zahlen muss und wieder ins Heimatland zurückgeschickt wird.

Um dennoch in die USA mit Substitutionsmitteln einreisen zu können, empfehlen wir aktuell folgendes Prozedere:

Auf keinen Fall das ESTA-Formular ausfüllen, sondern immer ein Visum beantragen (persönlich bei der Botschaft oder einem Generalkonsulat vorstellig werden), und zwar mindestens drei Monate vor geplantem Reiseantritt! Zur Beantragung eines Einreisevisums müssen neben den üblichen Unterlagen ein Führungszeugnis/Strafregister-Auszug (ohne Einträge!) sowie eine englischsprachige ärztliche Bescheinigung vorgelegt werden. Die Botschaft/das Generalkonsulat wird dann einen Besuch bei einem Ihrer Vertrauensärzte anordnen. Dort werden Urin und Blut untersucht auf Drogen, Alkohol, Psychopharmaka, Cannabis, etc. Darüber hinaus wird auch ein HIV-Test durchgeführt. Dieser Vertrauensarzt-Besuch ist sehr teuer, kostet einige hundert Euro, und die Gebühren sind in der Regel bar zu entrichten. Wenn alle Tests (bis auf das verordnete Medikament) negativ sind (kein sog. Beigebrauch festgestellt wird), stellt die Botschaft ein Visum aus. Bei der Reise gelten dann folgende Bedingungen:

Das mitgeführte Medikament muss bei der Einreise beim Zoll unter Vorlage einer englischsprachigen ärztlichen Bescheinigung angemeldet werden, das Medikament muss in Originalverpackung (Medikamentenfläschchen müssen eindeutig etikettiert sein mit Angabe der enthaltenen Substanz und dessen Menge) mitgeführt werden, und die mitgeführte Menge darf nicht die für die Dauer des Aufenthaltes verschriebenen Tagesdosierungen überschreiten.

Obwohl laut der Drug Enforcement Administration sowohl die Einfuhr von Methadon als auch von Buprenorphin gestattet ist, scheinen in der Praxis aktuell nur Visa-Anträge bei Buprenorphin-mitnahme genehmigt zu werden, so dass Methadonpatienten auf eine Weiterbehandlung/-dosierung bei Reisen in das „Mutterland“ der Methadonsubstitution angewiesen sind.

Im Bedarfsfall und unter der Voraussetzung guter englischer Sprachkompetenz kann man sich auch an die Zollabteilung des Generalkonsulats der Vereinigten Staaten in Frankfurt/M. wenden. Die Telefondurchwahl lautet: 0697535-2358 oder -2365.

 



Anmerkungen/Korrekturen/Ergänzungen erbeten an:

Ralf Gerlach
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(Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 09.02.2010)